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MESKD182

ETN-Code: MESKD182

Titel der Veranstaltung: Kulturbeziehungen in Mitteleuropa

Untertitel: Triest als widersprüchliche mitteleuropäische Ikone

Art der Lehrveranstaltung: Kurs

Kreditpunkte: 4

Semester: SoSe 2025/26

Turnus: gemäß Curricula

Semesterwochenstunden: 2

Kursverantwortliche/r: Grünzweig Walter [1201900163]

Dozent/in: Grünzweig Walter [1201900163]

Organisationseinheit: Lehrstuhl für Kulturwissenschaften

Ziele und Inhalt des Kurses: Kursbeschreibung: Seit dem Mittelalter ist die Entwicklung Triests durch seinen widersprüchlichen doppelten Status als italienische Stadt (mit venezianischem Dialekt) einerseits und als Hafenstadt der Habsburgermonarchie andererseits gekennzeichnet. Diese Sonderstellung hat zu einer multiethnischen, multilingualen, multikonfessionellen Kultur beigetragen, die die Stadt zu einem Beispiel für urbane Multikulturalität par excellence machte – insbesondere im mediterranen Raum. Gleichzeitig ist sie zu einem Modell mitteleuropäischen Zusammenlebens geworden, das die Probleme der Region, aber auch deren Visionen für sie, deutlich macht. Noch mehr als viele andere Teile Mitteleuropas hat sie eine ikonische Bedeutung für die Region, die kulturell – und insbesondere literarisch – fassbar und untersuchenswert ist. Diese Widersprüchlichkeit drückt sich u. a. in den unterschiedlichen Untertiteln der deutschen Fassung von Claudio Magris’ und Angelo Aras Buch über Triest, Eine literarische Hauptstadt in Mitteleuropa und der italienischen, Un identità di frontiera fast idealtypisch aus. Triest wird in dieser Veranstaltung als produktives und kreatives Narrativ untersucht, das ein Verständnis der Mitteleuropa-Konzeption eröffnet, jedoch gleichzeitig zu deren Herausbildung beigetragen hat und weiterhin beiträgt. Es ist ein zentraler Ort für das Verständnis und das Selbstverständnis der gesamten Region. Grundlagen unserer Untersuchungen in dieser Veranstaltung bilden eine Fülle von Sachtexten (von Berichten und Reisedarstellungen bis zu kulturwissenschaftlich relevanten Kochrezepten), fiktionale Prosa (Kriminal- und Geschichtsroman) und filmische Darstellungen. Folgerichtig reflektieren wir zwar in den einführenden Sitzungen vorläufig einige Mitteleuropakonzeptionen, wollen dieses Thema aber offen genug halten, um es anhand der zu erarbeitenden Texte (weiter) zu entwickeln. Die schriftliche Arbeit bietet u.a. die Möglichkeit eines Projektes mit einem Text eigener Wahl, der die Relevanz von Triest für einen spezifischen Bereich zeigt oder eine eigene mitteleuropäische „Ikone“ skizziert.

Thema der einzelnen Lehreinheiten:

Termin

Thema

Literatur

KW 9

Eine Stadt aus Papier: Einführung in die Geschichte und die
diskursive Entwicklung von Triest / Mitteleuropakonzeptionen
Texte von Karl-Markus Gauß, Renate Lunzer, Christian Reder,
Oliver Schmidt, Erhard Busek, Karel Schwarzenberg u.a.

Ein Reader mit einigen Texten der Primär- und Sekundärliteratur wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.  Diese Teste sind alle enthalten.

KW 13

Der Tote im Karst: Das literarische Triest
Roman von Veit Heinichen, Die Toten vom Karst;
Kurzgeschichten des des slowenisch-triestinischen
Schriftstellers Boris Pahor; sowie weitere kürzere Texte.

Die Teilnehmer/innen werden gebeten, den Roman von Veit Heinichen selbst zu erwerben.

KW 16

Die Hauptstadt von Nirgendwo: Triest als Ikone
Jan Morris, Trieste and the Meaning of Nowhere; sowie weitere
kürzere Texte sowie Texte von Karl-Friedrich Schinkel, Giorgio
Strehler, u.a.

Texte im Reader enthalten

KW 20

Eine Stadt von unten: Triest als Ikone
Gaetano Longo, Libero. Geschichten aus einer Triestiner Osteria
Fazit und Schlussbesprechung

Gaetano Longos Buch wird den Teilnehmer/innen gratis als Buch zur Verfügung gestellt.

Empfohlene Literatur (für die Gesamtveranstaltung):

Sprache der Lehrveranstaltung: Deutsch (ger)

Notenskala: Prüfung (fünfstufig)

Form und Umfang der Leistungskontrolle:

 aktìve Teilnahme, Referat und Paper

Prüfungsanmeldung: über das elektronische Studienverwaltungssystem

Anmerkungen: