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MESKD240

ETN-Code: MESKD240

Titel der Veranstaltung: Mitteleuropäische Kulturanthropologie - Seminar

Untertitel: Survivor Café: Das Trauma der Zweiten Holocaust-Generation

Art der Lehrveranstaltung: Seminar

Kreditpunkte: 6

Semester: SoSe 2025/26

Turnus: gemäß Curricula

Semesterwochenstunden: 2

Kursverantwortliche/r: Grünzweig Walter [1201900163]

Dozent/in: Grünzweig Walter [1201900163]

Organisationseinheit: Lehrstuhl für Kulturwissenschaften

Ziele und Inhalt des Kurses: Kursbeschreibung: Die sogenannte “Second Generation” des Holocaust, also Kinder von Holocaust-Opfern und -Überlebenden, hat bedeutende theoretische, wissenschaftliche, dokumentarische und literarische Werke hervorgebracht. Wir beginnen mit zwei prominenten Autoren der Opfergeneration – Imre Kertész und Fred Wander. Dies wird uns helfen, den Unterschied zur Zweiten Generation deutlicher herausarbeiten zu können. Im Unterschied zur Ersten Generation der Opfer geht es nicht primär um Bewältigung des unmittelbar Erlebten, sondern um die Wirkungen auf die Nachkommen, um Fragen der Erinnerung („Post-Memory“) und der Repräsentation. In einer Zeit, in der die Möglichkeit des Dialogs mit Zeitzeugen seltener und schwieriger (und, absehbar, unmöglich) wird, wird die Frage des Wissens um das Geschehene und der Erfahrung der Opfer immer dringlicher. Waren schon die Opfer des Holocaust eine multilinguale und multikulturelle Gruppe, so trifft dies auf die in die ganze Welt verstreute Zweite Generation noch stärker zu. In unserem Seminar werden wir österreichische, ungarische und US-amerikanische Texte lesen und analysieren. Die Region Mitteleuropa und Ost-Mitteleuropa nimmt dabei also eine prominente Rolle ein. Genauso wie die kulturelle Vielfalt ist auch das generische Spektrum dieser Texte erstaunlich – von der wissenschaftlichen Essayistik über die Autobiographie, die Literatur, den Film bis hin zur Dokumentation. Dazu kommt einer der interessantesten Aspekte dieser Zweiten Generation, nämlich dass es nach dem Abtreten der Opfer- und Tätergeneration zu einem Dialog zwischen den Nachkommen der beiden Gruppen kommt – ein Dialog, der die Möglichkeit der Heilung und Neuorientierung impliziert. Die breite, kulturübergreifende Thematik des Holocaust und noch stärker der Zweiten Generation lädt zu einem kulturwissenschaftlichen und kulturanthropologischen Ansatz ein. Es geht nicht mehr um ein abgeschlossenes Phänomen, sondern um einen Faktor, der (leider) von globaler Bedeutung geworden ist. Die traumatischen Wirkungen haben sich auf Dauer in die Kultur, zumal die mitteleuropäische, eingeschrieben und müssen nachhaltiger Teil der Befassung mit und der Mediation zwischen Kulturen sein. Teil des Seminars sind auch Gespräche mit Autorinnen aus den Vereinigten Staaten. Die theoretischen Texte sind in der Mehrzahl auf Englisch; die Primärtexte zum überwiegenden Teil in deutscher Sprache. Teilnehmer/innen sind eingeladen, die Lektüre einiger englischsprachiger Texte als Möglichkeit zu sehen, ihre fachsprachlichen Kompetenzen zu erweitern und erhalten vom Dozenten dabei auch gerne Unterstützung. Die schriftliche Arbeit bietet u.a. die Möglichkeit eines Projektes mit einem Text eigener Wahl.

Thema der einzelnen Lehreinheiten:

Termin

Thema

Literatur

KW 9

Trauma, Heilung und Erinnerung: Theoretische Annäherungen

- Texte von Cathy Caruth, Marianne Hirsch, Eva Hoffman und Erin McGlothlin

 

Ein Reader mit den meisten Texten wird Anfang des Semesters gratis zur Verfügung gestellt. Mit Ausnahme des Romans Der Blaue Akt von Elizabeth Rosner, der den Teilnehmer/innen ebenfalls gratis zur Verfügung gestellt wird, sind alle Texte Teil des Readers.

KW 13

- Die erste Generation: Das gute Leben

Texte von Imre Kertész und Fred Wander

 

 

KW 16

- Suche und Erinnerung: Esther Safran Foers gesammelte Familien­geschichte

- Elizabeth Rosner, Der blaue Akt, Survivor Café (Auszüge) und Jenseits dieses Waldes (Auszüge)

 

Die Texte sind Teil des Readers; Der Blaue Akt wird zur Verfügung gestellt.

 

KW 20

 

- Täter und Opfer: Peter Henisch

Fazit und Schlussbesprechung

Der Text ist ein Teil des Readers.

Empfohlene Literatur (für die Gesamtveranstaltung):

Sprache der Lehrveranstaltung: Deutsch (ger)

Notenskala: Prüfung (fünfstufig)

Form und Umfang der Leistungskontrolle:

Mündliche Präsentation in KW 13, 16 und 20; schriftliche  Arbeit.

Prüfungsanmeldung: über das elektronische Studienverwaltungssystem

Anmerkungen: